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16. Oktober: Mall of Shame vor Gericht

16. Oktober: Mall of Shame vor Gericht

rumänisch mit dt. UT

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1 min

| 2019 |

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Am 16. Oktober 2019 hat ein wichtiger Prozess stattgefunden. Vor dem Bundesarbeitsgericht wurden die Klagen von zwei um ihren Lohn geprellten Arbeitern gegen die HGHI Leipziger Platz GmbH & Co verhandelt und abgewiesen. Das Unternehmen gehört zum Firmengeflecht rund um den Baulöwen Harald Huth. Dieser ist als Geschäftsführer auch an der Errichtung vieler weiterer Konsumtempel in Berlin beteiligt: zum Beispiel an den Gropiuspassagen oder dem Schultheiss-Quartier.

Die Bauarbeiter aus Rumänien arbeiteten im Sommer 2014 auf der Baustelle des Wohn- und Einkaufszentrums "Mall of Berlin". Sie wurden durch Subunternehmen, ohne schriftliche Verträge angeheuert und am Ende nicht bezahlt. Trotz ihrer extrem prekären Lage entschieden sie sich Widerstand zu leisten und protestierten wochenlang vor der von ihnen nun in "Mall of Shame" umbenannten ehemaligen Arbeitsstelle, um die Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte sichtbar zu machen. Auch vor Gericht versuchten die Arbeiter ihre Ansprüche geltend zu machen, doch die Subunternehmen meldeten Insolvenz an oder waren nicht mehr auffindbar.

Falls die HGHI Leipziger Platz GmbH & Co von  Harald Huth den Prozess verloren hätte und haftbar gemacht worden wäre, hätte das der verbreiteten Praxis, Arbeiter_innen mit Hilfe von Subunternehemerketten um ihren Lohn zu prellen, einen Riegel vorschieben könnte. - Eine verpasste Chance für den Rechtsstaat. Es erweist sich wieder einmal, dass nur öffentlicher Druck und die kollektive Organisierung der Arbeiter_innen deren Lage verbessert. 

team: FAU Berlin

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