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Lieferwagen rast in Streikposten

Lieferwagen rast in Streikposten

italienisch mit dt. UT

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3 min

| 2016 |

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In der Nacht vom 14. auf den 15. September 2016 raste in Piacenza ein Firmenlieferwagen von GLS in eine Menge Streikender, die die Werkstore blockierten und tötete den Arbeiter Abd Elsalam Ahmed Eldanf (53, fünf Kinder). Es gibt Augenzeugen, die bestätigen, dass der Fahrer des Lieferwagens vom GLS Chef aufgefordert wurde, in den Streikposten zu fahren. Im Video sehen wir einen ähnlichen Vorfall vom Mai 2012, vor dem CAAT Gemüsegroßmarkt bei Turin.

Seit sich die migrantischen Logistikarbeiter_innen zur Wehr setzen wird mit harten Bandagen gekämpft. Polizei und Streikbrecher schlugen den Streikenden Zähne aus, fügten ihnen Wirbelsäulenverletzungen und blaue Augen zu. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein streikender Arbeiter oder eine streikende Arbeiterin getötet werden würde.

Nach der Ermordung gab es eine Reihe von Arbeitsniederlegungen in anderen GLS Niederlassungen u.a in Rom, Brescia, Pavia, Bologna und Demonstrationen. Hier eine Auswahl von Graffitis die nach dem Mord entstanden, u.a.: "Abd Elsalam lebt. Die Toten seid ihr, GLS Mörder"

"Was bei GLS in Piacenza geschehen ist, ist unerhört schwerwiegend, aber leider im Geist der Zeit: in dutzenden Streikposten dieser Jahre wurde die Tragödie knapp vermieden, mit mafiösen Chefs und Kooperativen, die die Fahrer gegen die Streikenden aufhetzen. In dutzenden Fällen sind unsere Arbeiter angefahren worden, und wenn sie es nicht schaffen, die Fahrer auf ihre Seite zu ziehen, (die in vielen Fällen, das darf man nicht vergessen, den Kampf der Lagerarbeiter unterstützen) verwenden sie die Streikbrecher von der CGIL um die Streikposten anzugreifen, wie es bei SDA in Rom vor einem Jahr geschah. in diesen Wochen sind wir dabei harte Verhandlungen zu führen mit einigen wichtigen Auftraggebern, v.a. SDA, Bartolini, und eben GLS. Sobald wir mit unserer Vorsicht nachlassen, versuchen sie sofort, sich das zurück zu holen was wir in jahrelangen Kämpfen erobert haben. Aber das, was in Piacenza passiert ist, verändert das Gesamtbild und darf nicht ungestraft bleiben. Gestern gab es in vielen Städten eine erste gemeinsame Antwort, mit demonstrationen und gemeinsamen Streikposten, aber wir müssen dafür sorgen, dass der Genosse nicht umsonst gestorben ist. Wir schlagen vor, die Initiativen außerhalb von GSL zu verstärken und überall, wo es möglich ist, Streiks anzukündigen bevor diese drammatische Vorkommnis vergessen wird, eventuell am Tag der Beerdigung." (Stellungnahme der Provinzkoordination Rom des SI Cobas vom 16.9.2016) 

Die Staatsanwaltschaft von Piacenza steht auf dem Standpunkt, dass es zum Zeitpunkt der Ermordung keinen Streikposten gab und dass es sich um einen Verkehrsunfall handele.

team: infoaut

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