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Norma Rae

Norma Rae

englisch mit dt. UT

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2 min

| 1979 |

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"Die Fabrikarbeiterin und alleinerziehende Mutter Norma Rae führt ein trostloses Leben in einer Kleinstadt. Sie lernt den Gewerkschafter Reuben kennen, erkennt, dass sie mit den anderen Arbeitern gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und den niedrigen Lohn kämpfen muss, und wandelt sich zur bewusst politisch handelnden Frau." (Wikipedia). 
"Norma Rae" ist der vielleicht bekannteste Film über Arbeiter_innenkämpfe überhaupt. Die Figur ist der amerikanischen Gewerkschaftsaktivistin Crystal Lee Sutton nachempfunden, die in der Textilfabrik J.P. Stevens in North Carolina arbeitete. Aus Anlass ihres Todes im September 2009 schreibt das amerikanische Online Magazin Counterpunch:

"Wenn man die gewerkschaftsfeindliche Geschichte des tiefen Südens bedenkt (bis heute hat North Carolina, Heimatstaat von Sutton, den landesweit niedrigsten gewerkschaftlichen Organisierungsgrad: 3,5 Prozent), hatte diese Frau kaum eine Chance. Sie wurde sowohl von den stundenweise Beschäftigten als auch den Festangestellten ausgegrenzt, wurde angepöbelt, lächerlich gemacht, beleidigt und sogar mit dem Tode bedroht. Sutton blieb trotzdem standhaft, organisierte Kundgebungen, verteilte Gewerkschaftsliteratur und drängte ihre Kolleg_innen beizutreten.
Sie scheiterte. Obwohl viele Arbeiter_innen der Fabrik mit ihrem Anliegen sympathisierten, waren sie einfach zu ängstlich, sich ihr anzuschließen - sie hatten Angst, ihren Job zu verlieren. Die Firma freute sich hämisch über den Mangel an Unterstützung. Dann feuerte J.P. Stevens Sutton plötzlich, als Vergeltung für ihre Gewerkschaftsaktivitäten, und forderte sie auf, das Betriebsgelände zu verlassen. Sie waren fertig mit ihr. Sie hatte nicht nur eine Niederlage erlitten, sie hatte sich blamiert.
Unglaublicherweise weigerte sich Sutton jedoch, das Gebäude zu verlassen. Sie wollte sich nicht vom Fleck rühren. Die Firma war sich nicht sicher, was sie als Nächstes tun sollte, und holte die Polizei, um sie gewaltsam aus der Fabrik zu schaffen. Bevor diese kam, schrieb Sutton das Wort 'Gewerkschaft' auf ein Schild, stellte sich auf ihre Werkbank und hielt das Schild über ihren Kopf. Der spontane Akt war ein bemerkenswertes Zeichen von Widerstand.
Was als nächstes passierte, wird in denkwürdiger Weise in dem preisgekrönten Film 'Norma Rae' (1979) dargestellt, in dem Sutton von Sally Field gespielt wird. Die Szene jagt immer noch all jenen Schauer über den Rücken, die sich jemals auf die Seite der kleinen Leute stellen oder sich mit einer dramatischen und heldenhaften Geste Autoritäten entgegenstellen wollten. Als Sutton das Schild über ihren Kopf hielt und sich langsam umdrehte, sodass alle es sehen konnte, schalteten ihre Kolleg_innen, befügelt durch ihren Mut, eine nach dem anderen, ihre Maschinen aus.
Nach und nach kam die ganze Fabrik zum Stillstand, ein deutlicher Verstoß gegen die Firmenvorschriften: das Abschalten von Maschinen ohne Erlaubnis war (und ist immer noch) Grund für eine fristlose Entlassung. Sutton erinnerte sich später in einem Interview: 'Die Arbeiter_innen begannen, ihre Maschinen zu stoppen, und zeigten mir das Zeichen für Victory (Sieg). Plötzlich war es in der Fabrik vollkommen still.'
Es ging gut aus. Weniger als ein Jahr später gewann die Vereinigte Textilgewerkschaft (Amalgamated Clothing) das Recht, die etwa 3.000 Beschäftigten in sieben Textilfabriken in Roanoke Rapids zu vertreten, einschließlich der entschieden gewerkschaftsfeindlichen Firma J.P. Stevens, damals der zweitgrößte Textilhersteller des Landes." (Counterpunch)

 Wir zeigen einen Trailer.

team: Martin Ritt

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