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Wir kämpfen weiter

Wir kämpfen weiter

italienisch mit dt. UT

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44 min

| 2017 |

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Beeindruckender Film über den Kampf der im SI Cobas organisierten Arbeiter in der Fleischindustrie im Raum Modena, Italien, im Winter 2016/17. Das Material wurde fast ausschließlich von den Arbeitern und den Unterstützer_innen selber mit ihren Smartphones gefilmt und vermittelt einen unmittelbaren Eindruck von der brutalen körperlichen Gewalt, die gegen die überausgebeuteten Arbeiter eingesetzt wurde. In dem Film wird auch die Verhalftung des SI Cobas Sprechers Aldo Milani erzählt.  

Die Fleischindustrie in der Region Modena ist fest in Händen der Familie Levoni. Sie lässt eine zu 95% migrantische Arbeiterschaft für 6, 7 Euro die Stunde für sich arbeiten. Gefälschte Lohnabrechnungen sind an der Tagesordnung, und die Sozialversicherungsbeiträge werden nicht in korrekter Höhe oder gar nicht gezahlt. Die Arbeiter arbeiten als Metzger. Bezahlt werden sie aber nach dem Tarifvertrag der Logistikindustrie. Das bedeutet, dass sie eigentlich nicht mit Messern arbeiten dürften. Wenn sie sich schneiden, was ständig vorkommt, darf kein Krankenwagen gerufen werden. Sie müssen sagen, dass sie sich zu Hause geschnitten haben und werden mit Privatautos ins Krankenhaus gebracht.

Die Streiks begannen nach einem besonders schweren Arbeitsunfall. Zunächst waren es 70 Arbeiter. Sie streikten so lange, bis sie ihren Lebensmittelarbeitervertrag hatten. Sobald sie ihn hatten, wurden 110 von ihnen entlassen, indem den Firmen, bei denen sie angestellt waren (AlcarUno und GlobalCarni) der Auftrag entzogen wurde. Levoni vergab den Auftrag an ein anderes Unternehmen. 55 der Entlassenen wurden nicht wieder eingestellt. 

Update Oktober 2017: Für alle Arbeiter wurden zwar mittlerweile die Nachzahlung der ausstehenden Löhne und Sozialversicherungebeiträge erreicht, sodass die Entlassenen jetzt Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Zudem bekamen sie die 12 Monatsgehälter als Entschädigung zugesprochen. Fast allen Arbeitern, die sich an dem Kampf beteiligt haben, wurden jedoch kürzlich eine oder mehrere Anzeigen wegen Gewaltanwendung zugestellt.

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