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Kann bio fair sein?

Kann bio fair sein?

deutsch

|

13 min

| 2013 |

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Ausbildung bei einem Gartenbaubetrieb in Brandenburg

Aktuell gibt es viele Skandale in der Bio-Branche. In Mittelpunkt stehen große Biobetriebe und die Frage, ob Bioprodukte tatsächlich gesünder oder besser für die Umwelt sind. Nie erwähnt werden dagegen die Arbeitsbedingungen in der Bio-Branche. Gibt es allgemein die  Erwartung, dass sie besser sind als in der traditionellen Landwirtschaft? Ist das überhaupt möglich?

Dieser Film ist eine kurze Dokumentation über den Fall der Auszubildenden Conchita L.: Sie arbeitet in einem Gartenbaubetrieb in Brandenburg für 1,30 Euro netto in der Stunde. Als ihr Chef, ein  Bezirkspolitiker der Grünen, ihr anbietet, sie in Naturalien zu bezahlen, geht sie zur Rechtsberatung der Gewerkschaft FAU, die sie in der Folge bei einem Arbeitskampf unterstützt.

Im Juli 2013 gab das Arbeitsgericht Conchita L.- und der FAU Recht und verurteilte den Betreiber zur einer Lohnnachzahlung von 2.750 Euro.  

"Der von ihm gezahlte Lohn kann auch dann als unangemessen gelten, wenn er vertraglich vereinbart und branchenüblich ist. Der tariflich nicht gebundene Landwirt argumentierte wiederholt, er habe L. denselben Lohn gezahlt wie dem Auszubildenden vorher. Zudem müsse allen klar sein, dass im ökologischen Landbau prekäre Bedingungen herrschten, vor allem mehr gearbeitet werde. Deshalb sei schon seine Zustimmung zur auf 30 Stunden verminderten Wochenarbeitszeit ein Zugeständnis.

Doch all das half ihm, wie auch Hinweise auf angebliches Fehlverhalten L.s, nicht. Es kam der Tarifvertrag der IG BAU zur Anwendung, den L. Anwalt Klaus Stähle zur Berechnung der Nachzahlungen herangezogen hatte. »Das könnte Signalwirkung für andere Auszubildende haben«, sagte Stähle vor Gericht." (Neues Deutschland)

team: labournet.tv

Tags: fau

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