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Editorial

Februar 2016 - Treffen von Amazon Arbeiter_innen in Berlin

Am Wochenende vom 18. bis 20. Februar 2016 trafen sich erneut Amazon Arbeiter_innen und Unterstützer_innen aus Polen und Deutschland, um gemeinsamen Widerstand gegen Amazon zu planen. Treffen dieser Art finden seit einem Jahr statt und haben bereits viel verändert und ermöglicht. (labournet.tv hat mit einem Video von dem Treffen in Poznan im September 2016 berichtet.) Organisiert wurde das Treffen diesmal von der Amazon Soligruppe in Berlin. Anwesend waren Arbeiter_innen aus Leipzig, Bad Hersfeld, Brieselang und Poznan (Polen). Die Kollegen aus Deutschland sind in ver.di organisiert, die aus Polen in der anarchosyndikalistishcen Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP). 
Neben dem Austausch darüber, wie die Arbeit in den verschiedenen Warenlagern organisiert ist (Feedbacksysteme, Normen, Arbeitshetze) ging es diesmal speziell um Leiharbeit, Repression am Arbeitsplatz, die nächsten Streikaktionen und das Verhältnis zu ver.di und Solidarnosc. 

Nach drei Jahren Streik in Deutschland...
Unter den Streikenden in der BRD gebe es nach drei Jahren Tarifauseinandersetzung viel Resignation, da noch immer kein Tarifvertrag erkämpft werden konnte. Viele Arbeiter_innen könnten keine langfristige Strategie und Taktik auf seiten ver.dis erkennen, so ein Teilnehmer. 
Klar sei jedoch, so der Tenor unter den Teilnehmer_innen, dass es viel Potenzial für gemeinsame Organisierung gebe: Wenn die Belegschaft in Poznan die Streiks in Bad Hersfeld und Leipzig unterstütze, könne das den Streik in der BRD insgesamt neu beleben, so eine strategische Überlegung auf dem Treffen.

Gewerkschaftlicher Internationalismus
Ver.di und Solidarnosc sind über den Dachverband UNIGlobal verbunden. Es waren jedoch nicht diese Gewerkschaften, die mit Hilfe ihrer Verbandsstruktur eine konkrete Zusammenarbeit zwischen den Streiks in Deutschland und Polen organisiert haben, sondern Arbeiter_innen an der Basis. Ihnen ist es gelungen, im Sommer 2015 einen Bummelstreik in Poznan zu organisieren, während in Bad Hersfeld gestreikt wurde. Ein genuin gewerkschaftliches, internationalistisches Vorgehen sollte man denken. - Dennoch kam es zu einer eine aktive Entsolidariserung mit diesen Aktivitäten durch Solidarnosc, die in einer Stellungnahme den Bummelstreik kritisierte. 

Streiks 2016 und Besuche zur Vernetzung
Für Bad Hersfeld und Leipzig sind Streiktage für 2016 beantragt. Hier beteiligen sich jeweils etwa 20-25% der Belegschaft an den Streiks. Ob das reicht, um ein Warenlager lahmzulegen hängt davon ab, auf welche Abteilungen und Schichten die Streikenden an einem Streiktag verteilt sind.
Es wurde der Vorschlag gemacht, in der nächsten Zeit Besuche in anderen Städten mit Amazon Niederlassungen zu machen, um mehr Standorte in die Vernetzung einzubinden und mehr Kolleg_innen für diese Art von gewerkschaftlichem Aktivismus zu gewinnen. Zudem soll auch versucht werden, Kontakte zu Amazon Arbeiter_innen in anderen Ländern aufzubauen, etwa in Frankreich und Italien.

Engagement - Aktionstag am 1. März
Alle, die sich an dieser Organisierung von unten als Unterstützerinnen beteiligen möchten, können sich z.B. an die Amazon Soligruppen wenden. Es gibt eine in Leipzig,  eine in Berlin  und eine in Kassel. Zudem findet am 1. März 2016 in Berlin und Frankfurt ein Stadtspaziergang statt, bei dem Orte besucht werden, die für prekäre Arbeitsbedingungen stehen. Hier wird auch Amazon Thema sein. In Berlin werden die "Mall of Shame" am Potsdamer Platz, die Leiharbeitsfirma Manpower und das Jobcenter besucht. Treffpunkt ist der Potsdamer Platz um 16:30h.
In Frankfurt ist der Treffpunkt am 1. März  um 15 am Kaisersack in der Kaiserstraße am Hauptbahnhof.

   

 

 

 

  

 

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