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1:2, 1:5 und keine Nacht allein!

1:2, 1:5 und keine Nacht allein!

deutsch

|

15 min

| 2017 |

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Micha, Krankenpfleger, reflektiert über die Kämpfe an der Charité seit 2015 und überlegt, wie diese Erfahrungen fruchtbar gemacht werden könnten.

Er bedauert das Abweichen von den ursprünglichen Forderungen "1:2, 1:5 und keine Nacht allein", mit denen die Belegschaft 2015 in den Streik gegangen war. Statt bei dieser einfachen Forderung zu bleiben, die ein festes Zahlenverhältnis zwischen Pflegenden und Patient_innen umreißt und dass Kolleg_innen "keine Nacht allein" verbringen sollen, wurde nach dem Streik 2015 sofort über ein ganz anderes Personalbemessungsmodell verhandelt: die sogenannte PPR (Pflegepersonalbemessungsregelung). Die PPR bildet seitdem die Grundlage für weitere Kämpfe und Verhandlungen an der Charité aber auch anderswo.

Hier unsere Themenseite zu den Streiks im Gesundheitswesen.

team: labournet.tv

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Kommentare

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Man kann sich drehen und wenden, wie man will und das Thema weiterhin vernachlässigen; doch
Stress in der Arbeitswelt wird nach wie vor vom Geltungsbereich des Arbeitsschutzgesetzes erfasst.

Das Arbeitsschutzgesetz wiederum hat seine Entsprechung in Art. 2 (2) S. 1 GG - Bezug des Arbeitsschutzgesetzes zum Grundgesetz – Vgl. Amtliche Begründung Drucksache Bundestag
13/3540 - Seite 11 - Ziff. 2 - 3. Spiegelstrich.

Zitat: „In der Bundesrepublik Deutschland folgt aus Artikel 2 Abs. 2 des Grundgesetzes die Pflicht des Staates, Leben und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit durch öffentlich-
rechtliche Vorschriften zu schützen.“
Quelle: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/035/1303540.pdf

Nach etliche Jahren auch meines Kampfes für Menschenrechterechte in der Arbeitswelt hat ein Arbeitsgericht in Schleswig-Holstein dies endlich anerkannt - Wohl auf politischen Druck hin.

"Pflegekräfte müssen geschützt werden
Ein Urteil des Arbeitsgerichts Kiel besagt: Ein Arbeitgeber darf die Überlastung des Personals nicht zulassen. Geklagt hatte die Helios-Ostseeklinik Damp gegen ihren Betriebsrat. Der Beschluss des Kieler Gerichts ist noch nicht rechtskräftig."

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Schleswig-Holstein/Nac...

Summa summarum finde ich das Herumberichten um das Grundgesetz und um die Verantwortlichkeiten des Staates bzw. um die Grundrechtebindung gem. Art. 1 (3) GG so langsam zum Kotzen.

Micha, Du sprichst mir aus der Seele..... Soviel Kampf soviel Einsatz und nix spürbar auf den Stationen.